Hijack, die Thrillerserie mit Idris Elba, die 2023 ein Kritikererfolg war, kehrt mit einer zweiten Staffel zurück, die laut Fachkritik nicht das gleiche Niveau hält. Mit Start am 14. Januar 2026 auf Apple TV+ versetzt die neue Staffel den Verhandlungsführer Sam Nelson in einen entführten Zug in Deutschland. Doch trotz ähnlicher Prämisse stolpert die Produktion über die Wiederholung von Formeln und Drehbuchprobleme, was zu einer nach Meinung der Rezensenten enttäuschenden Erfahrung führt. Die Serie, die in ihrer ersten Staffel eine seltene Zustimmung von 90 % bei Rotten Tomatoes erhielt, steht nun vor der Herausforderung, ihre Fortsetzung gegenüber dem deutschen Publikum zu rechtfertigen, das bei Streaming-Produktionen zunehmend anspruchsvoller wird.
Das Wie dieses Qualitätsverlusts steht im Mittelpunkt der Kritik. Die Erzählung folgt einem fast identischen Weg wie die erste Staffel, tauscht nur das Flugzeug gegen einen Zug, was ein Déjà-vu-Gefühl erzeugt. Zudem findet ein entscheidendes traumatisches Ereignis für den Protagonisten zwischen den Staffeln statt und wird nur erwähnt, nie gezeigt, was eine emotionale und logische Leere hinterlässt. So wird das, was einst ein spannender, von der Kritik geliebter Thriller war, laut Analyse zu einer unbeholfenen Wiederholung, die ihr Potenzial nicht ausschöpft.
Wo die zweite Staffel die Richtung verliert
Die von CBR veröffentlichte Analyse weist darauf hin, dass die erste Staffel die Spannung innerhalb und außerhalb des Flugzeugs mit einem geopolitischen Konflikt hohen Risikos ausbalancierte, während die Fortsetzung es nicht schafft, gleichwertige Antagonisten und Dilemmata zu erschaffen. Im Zug wird die Motivation hinter der Entführung verwirrend und hängt von wenig einprägsamen Figuren ab. Auf der anderen Seite bleibt Idris Elba als Sam Nelson charismatisch, und seine Interaktion mit dem Lokführer Otto, gespielt von Christian Näthe, ist einer der wenigen positiven Höhepunkte. Dennoch reicht diese Stärke des Protagonisten nicht aus, um allein eine Leinwand zu tragen, die laut Kritik unter ermüdenden Dialogen und einer Handlung leidet, die ohne nennenswerte Fortschritte kreist – ganz ähnlich dem Zug, den er zu kontrollieren versucht.
Die Nebenbesetzung, zu der Namen wie Lisa Vicari (aus Dark) und die Rückkehr von Christine Adams als Sams Ex-Frau gehören, erhält gemischte Bewertungen. Einige Figuren sind gut konstruiert, andere werden auf Klischees reduziert oder haben Handlungsbögen, die von der Haupthandlung losgelöst sind. Das Fazit lautet daher, dass Hijack ein weiterer Fall einer Miniserie ist, die bei einer einzigen Staffel hätte bleiben sollen. Für die deutschen Apple TV+-Abonnenten ist die Erwartung ein kompetenter Thriller, jedoch ohne die Seele und Originalität, die die Produktion berühmt gemacht haben. Die große Frage bleibt, ob Elbas Charisma ausreicht, um das Publikum bei einer weiteren praktisch identischen Mission zu fesseln.