Der Regisseur aus Pernambuco, **Kleber Mendonça Filho**, feierte am vergangenen Montag (26.) die vier Oscar-Nominierungen seines Films „O Agente Secreto“, die am letzten Donnerstag (22.) bekannt gegeben wurden. In einem exklusiven Interview mit dem Diario de Pernambuco hob der Filmemacher die entscheidende Rolle der Zeitung hervor, die ihr 200-jähriges Bestehen feiert, für die Erzählung des Films. Zudem betonte er die Bedeutung von Recife als Kulisse und zentralen Charakter des Werkes. Der Film, der um die höchste Auszeichnung des Kinos konkurriert, verwendet historische Ausgaben des Diario, um die Handlung im Brasilien von 1977, während der Militärdiktatur, zu verorten und einen tiefen Dialog zwischen Erinnerung, Journalismus und Kunst zu schaffen.
Mit der Nachricht der Nominierungen kam die Routine der Hauptstadt von Pernambuco zum Stillstand und verwandelte das Mittagessen am Donnerstag in eine kollektive Feier. Kleber empfing die Reporter in seinem Apartment, noch im Feierstimmung, aber mit der Gelassenheit dessen, der eine international anerkannte Arbeit sieht. Der Regisseur, der in den 1970er Jahren aufwuchs und das Diario las, hob die historische Relevanz des Mediums hervor, der ältesten in Lateinamerika erscheinenden Zeitung. „Das Diario ist 200 Jahre alt und ist buchstäblich eine Art Tagebuch des Bundesstaates Pernambuco und der Stadt Recife“, erklärte er und erläuterte, dass seine Präsenz im Film symbolisch, historisch und vor allem erzählerisch sei.
Somit sind die Seiten der Zeitung nicht nur eine historische Kulisse, sondern ein Motor der Handlung. Sie zeigen beispielsweise die Zahl der Karnevalstoten in Recife, ein direktes Ergebnis der Gewalt des Regimes, und erzählen die makabre Geschichte von „Perna Cabeluda“ (Behaarte Bein), einer urbanen Legende, die aus einer Chronik im Diario selbst entstand. Um den grafischen Stil der damaligen Zeit präzise wiederzugeben, arbeiteten der Art Director Thales Junqueira und sein Team akribisch, während der Journalist und Forscher Cleodon Coelho die fiktiven Artikel schrieb, die im Film erscheinen.
## Pernambukanisches Kino im Rampenlicht
Kleber Mendonça Filho verteidigte entschieden die Stärke der audiovisuellen Produktion seines Bundesstaates. „Das Kino aus Pernambuco ist das autorbezogenste Brasiliens“, erklärte er und nannte als Beispiele Filme wie „Amarelo Manga“ und „Cinema, Aspirinas e Urubus“ sowie seine eigene Trilogie, die mit „O Som ao Redor“ begann. Für ihn schaffen Werke, die tief ehrlich über ihren Herkunftsort sind, eine starke Kommunikation mit unterschiedlichen Zielgruppen und widerlegen jede Kritik, dass „O Agente Secreto“ „zu lokal“ sei.
Der Regisseur schloss mit einer Aussage, die seine Vision zusammenfasst: „Recife ist eine Stadt wie jede andere. Einen Film hier zu machen, macht sie zu einem Star, wie New York für die Amerikaner oder Paris für die Franzosen.“ Diese Aussage bekräftigt die Überzeugung, dass die Authentizität und der Detailreichtum einer regionalen Produktion tatsächlich ihre größten Trümpfe sind, um die Welt zu erobern. Die Oscar-Nominierungen sind daher nicht nur eine Auszeichnung für einen Film, sondern eine Anerkennung der erzählerischen Kraft einer Stadt und eines ganzen kulturellen Ökosystems.