Die Lage für Roblox hat sich zugespitzt. Die Behörden des Los Angeles County haben eine scharfe Klage gegen die Spieleplattform eingereicht und werfen dem Unternehmen vor, Kinder nicht vor übergriffigem Verhalten zu schützen. Die Klage fordert sofortige Änderungen und Strafen in Höhe von bis zu 2.500 US-Dollar pro Tag und Verstoß gegen das Gesetz.
Laut Staatsanwaltschaft habe Roblox zugelassen, dass seine virtuelle Welt zu einem Nährboden für die Anwerbung und Ausbeutung von Minderjährigen geworden sei. Die Anklage betont, dass bereits die Architektur des Spiels Kriminellen die Arbeit erleichtere. Erwachsene könnten sich als Kinder ausgeben, Gespräche beginnen und ohne größere Hürden Vertrauen zu Minderjährigen aufbauen.
Die Stadtverwaltung von Los Angeles will das Unternehmen zwingen, echte Sicherheitsvorkehrungen zu treffen. Das Kernargument der Klage lautet, dass der Spielekonzern böswilligen Personen eine regelrechte „Landkarte“ liefere, um ungehindert an junge Nutzer heranzutreten.
Die Verteidigung des Unternehmens
Das Team von Roblox wies die Vorwürfe in einer offiziellen Pressemitteilung entschieden zurück. Die Sprecher erklärten, man bestreite die Anschuldigungen der Klage energisch und kündigte eine vehemente Verteidigung vor US-amerikanischen Gerichten an.
Sie betonten, dass die Plattform bereits über fortschrittliche Überwachungssysteme verfüge, um schädliche Inhalte und Kommunikation zu blockieren. Als einen der Verteidigungspunkte führten sie das strikte Verbot des Versendens von Bildern über den Chat an – damit werde ein häufiger Missbrauchsweg unterbunden, der bei anderen sozialen Netzwerken üblich sei.
Das Unternehmen gab außerdem an, mit den Strafverfolgungsbehörden zusammenzuarbeiten, um diejenigen zu belangen, die gegen die Spielregeln verstoßen. Die Führungskräfte räumten ein, dass kein Sicherheitssystem perfekt sei, versicherten jedoch, dass der Schutz von Kindern oberste Priorität habe und nicht verhandelbar sei.